Google AdSense: Irland statt USA – Steuerliche Auswirkungen

Vor einigen Wochen habe ich darüber berichtet, dass Google nicht nur die Währung auf Euro umgestellt, sondern auch gleich einen aktualisierten Nutzervertrag mit eingeführt hat. In diesem Nutzervertrag wird unter anderem ein neuer Vertragspartner für die Nutzer von AdSense vorgelegt. War es bislang die Muttergesellschaft Google Inc. in den USA, ist es künftig Google Ireland Limited mit Sitz in Irland. Sehr viele Leute inklusive meiner Person haben sich daher gefragt, ob diese Vorgehensweise eventuelle steuerliche Veränderungen mit sich bringt. Ich habe mich daher bei meinem Steuerberater kundig gemacht, der mir heute folgende Auskunft gegeben hat:

Wichtig ist hierbei das Umsatzsteuergesetz. In §3 wird der Ort der sonstigen Leistung behandelt. Mein Steuerberater hat mir folgende Informationen besonders angemarkert:

(3) Ist der Empfänger einer der in Absatz 4 bezeichneten sonstigen Leistungen ein Unternehmer, so wird die sonstige Leistung abweichend von Absatz 1 dort ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt.

Was sonstige Leistungen sind, wird  nachfolgend erläutert:

(4) Sonstige Leistungen im Sinne des Absatzes 3 sind:

2. die sonstigen Leistungen, die der Werbung oder der Öffentlichkeitsarbeit dienen, einschließlich der Werbungsmittler und der Werbeagenturen;

Ist also derjenige, der Google AdSense verwendet in Deutschland ansässig, dann gilt die oben dargelegte Ansicht, wonach sich für mich nun gar nichts ändert. Google ist der Empfänger der Leistungen (wir machen Werbung für Google) und Google ist ein Unternehmen. Es macht also laut diesem Gesetz für mich keinerlei Unterschied, ob ich die Abrechnungen durch die Firma Google in den USA oder durch die Firma Google in Irland bekomme. Abgabenpflichtig ist das Unternehmen Google in dem jeweiligen Land. Hier muss ich nicht gesondert die Mehrwertsteuer abführen oder bei meiner Steuererklärung angeben. Das Geld, was ich hier bekomme, ist also quasi ohne Mehrwertsteuer und wird als normale Einnahme betrachtet.

Dies ist lediglich eine Information für euch, wie es sich _bei mir_ herausgestellt hat und kein Rechtstipp (das darf ich ja glaube ich auch gar nicht). Ich für meinen Teil habe das Thema Google AdSense und Versteuerung nun zu den Akten gelegt und kann mich um andere Dinge kümmern :-)


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Von Alper Iseri :: 2009-03-26

Der Beitrag wurde am Thursday, den 26. March 2009 um 14:19 Uhr veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.
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13 Reaktionen

  1. Gilly

    Super Alper! Vielen Dank für die Info!

  2. Over Blogging

    Google AdSense in Euro…

    Google AdSense kann nun Wahlweise auch auf Euro als Währung umgestellt werden. Diese Option steht in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern zur Verfügung. Man sollte aber auf jeden Fall beachten, dass man zur Umstellung neue AGB akz…

  3. Andy

    Danke für den Hinweis! In solchen Sachen ist man ja immer etwas unsicher und vorsichtiger.

  4. Adsense in Euro - Umsatzsteuer abführen?

    [...] Meetnix (neu – danke Tanja) [...]

  5. Matti

    Danke für die Klarstellung hier. Ich habe vor kurzem auf einer anderen Seite eine Argumentation gehört die zu einem anderen Schluß kommt. Allerdings war da wohl kein Steuerberater mit im Spiel. Da bin ich jetzt wirklich erleichtert denn ich hatte mich schon geärgert daß ich so voreilig umgestellt habe.

  6. nexuslex

    die Höhe der in Irland insgesamt verbuchten Gewinne multinationaler Unternehmen wäre auch interessant…

    Nominale tarifliche Belastung des Gewinns von Kapitalgesellschaften Körperschafts- und Gewerbeertragssteuer und vergleichbare andere landesweite und regionale Steuern ; 2005 in Prozent

    Japan 40,9
    USA (New York) 39,9
    Deutschland (alt) 38,7
    Italien 37,3
    Spanien 35,0
    Frankreich 34,9
    Belgien 34,0
    Niederlande 31,5
    Luxemburg 30,4
    Großbritannien 30,0
    Deutschland (neu) 29,8
    Dänemark 28,0
    Norwegen 28,0
    Schweden 28,0
    Portugal (Lissab.) 27,5
    Tschechien 26,0
    Österreich 25,0
    Schweiz (Zürich) 24,1
    Polen 19,0
    Slowakei 19,0
    Ungarn 17,5
    Lettland 15,0
    Litauen 15,0
    Irland 12,5
    Estland 0

    Quelle: Finanzministerium

  7. Oliver

    Ich bin ein privat Werbetreibender auf meiner Homepage. Bin kein Kleinstunternehmer und auch kein gewerbetreibender sondern Student der neben dem Studium noch unselbständig in einer IT-Firma arbeitet.

    Wenn ich nun AdSense auf meiner Homepage schalte, muss ich das ausweisen bzw. irgendetwas beachten?

    Vielen Dank für Eure Antwort. Google möchte mir nicht die passenden Antworten anzeigen…

  8. Links der Woche - Google Gewinne, Web 2.0 Map, coole Werbung und mehr > News, Tipps > Selbständig im Netz

    [...] ist nun nicht mehr Google USA der Partner, sondern Google Irland. Auf dem Blog Meetinx.de gibt es einen interessanten Artikel zur Frage, ob sich dies steuerlich irgendwie auswirkt und wie [...]

  9. Horst

    Einen Unterschied macht es schon. Bei der Umsatzsteuervoranmeldung müssen die Google-Einnahmen nun in eine andere Zeile. Weil es jetzt innergemeinschaftliche Einnahmen sind…. oder irgendwie so… 8-)

  10. Blog | Pixeldreher André Nitz - Webdesigner aus Leipzig

    Lesetipps vom Pixeldreher…

    An einem täglichen Webworkertag findet man viele interessante Artikel zu den unterschiedlichsten Themen rund um die Internetbranche. Um einen kleinen Einblick in meinen RSS Reader zu geben, werde ich nun ein bis zweimal in der Woche einen “Best-…

  11. Google Adsense Einnahmen und die Mehrwertsteuer | BlogWave.de

    [...] darüber gemacht und teilweise sogar relativ handfeste Informationen vom eigenen Steuerberater erhalten. Das ist auch gut so, denn in diversen Foren wurde eifrig über das Thema diskutiert und man wusste [...]

  12. Branchenknecht

    Sorry, aber leider kann ich den Artikel überhaupt nicht folgen. Nach meiner Einschätzung kann sich durchaus eine Umsatzsteuerpflicht ergeben, da der Leistungsempfänger nun Sitz in Irland sprich EU hat und dadurch die Dienstleistung nicht mehr in die USA geliefert sondern in ein EU Land. Sonstige Dienstleistungen die ins EU Ausland geliefert werden sind in Deutschland steuerbar. Dies ist allerdings meine erste Einschätzung ich werde mich jetzt mal intesiver mit dem Thema beschäftigen. Kann man der Umstellung eigentlich widersprechen?

  13. Alper Iseri

    Was ich dir sagen kann: Mein Steuerberater hat mir diese Aussage gegeben und meine Steuererklärung für 2008 wurde auch dementsprechend angefertigt. Ob das für jeden gleichermaßen gilt, muss jeder für sich selber herausfinden.

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