Wenn man als Werbeagentur für einen Kunden arbeitet, dann ist Diskretion trotz all der geforderten Kreativität das oberste Gebot. Schließlich geht es hier um sehr große Etats und der Knalleffekt bei einer neuen Kampagne sollte natürlich so groß wie möglich sein. Kein Wunder also, dass man als Endverbraucher bzw. als Zielgruppe in den seltensten Fällen das volle Ausmaß einer neuen Kampagne vorher zu spüren bekommt. Das wird insbesondere jedoch dann zu einem Problem, wenn Mitarbeiter einer Agentur sich nicht an diese Diskretion halten und dann für Probleme verantwortlich sind, die schwerlich aus dem Weg zu räumen sind.
Aktuell betrifft dies die Agentur Scholz & Friends, die durch eine Indiskretion eines ihrer Mitarbeiter vor dem Verlust eines großen Kunden steht. Ein Mitarbeiter hat nämlich offenbar nicht freigegebene Motive der Online-Automobilbörse Pkw.de auf seinem privaten Blog veröffentlicht. Und das hat den Kunden natürlich nicht sehr glücklich gemacht. Denn der berühmt-berüchtigte Knalleffekt ist nicht nur weg – die Motive sind nun auch schon zahlreich im Internet aufgetaucht und haben vielleicht ein Bild des Unternehmens vermittelt, welches gar nicht so beabsichtigt war. Wie gesagt: Die Motive waren nicht freigegeben und sind nun für jeden sichtbar.

Quelle: Horizont.net
Dabei ist das Problem prinzipiell nicht, dass die Motive schlecht wären oder einen Skandal hervorrufen würden. Das Problem betrifft explizit die Diskretion, die das Unternehmen Scholz & Friends augenscheinlich nicht wahren konnte. Keine schöne Sache.

Quelle: Horizont.net
Ich bin gespannt, wie der Kunde Pkw.de nun darauf reagieren wird. Natürlich kann man ein wenig verschnupft sein über diesen einzelnen Mitarbeiter aber die ganze Agentur dafür zu bestrafen, halte ich persönlich für falsch. Was jedoch die Agentur machen sollte: Ein ernstes Wörtchen mit dem Mitarbeiter sprechen. Denn so kann es natürlich nicht gehen. Aber mal ganz so nebenbei: Die Kampagne für Pkw.de ist meiner Ansicht nach auch nicht die Ausgeburt von Kreativität – oder was meint ihr?
(via)
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Am 23. October 2009 um 13:56 Uhr
Das Ding ist gewollt. Und spricht sich nun rum. Chapeau S&F!
Am 23. October 2009 um 14:34 Uhr
@caschy: Das denke ich nicht. Ist nicht das erste Mal, dass eine Agentur interne Sheets rausgegeben hat und dann mächtig Ärger gekriegt hat. Einige Agenturen haben durch sowas auch ihre Kunden verloren. Und dann geht es nicht mehr um die PR sondern um bares Geld.
Am 23. October 2009 um 16:44 Uhr
Finde die Kampagne nicht gerade gelungen. Finde die Sprüche nicht wirklich gut. Zwar provokativ aber nicht das Gelbe vom Ei.
Nebenbei ist das Kennzeichen vom Mercedes spiegelverkehrt…
Am 23. October 2009 um 16:45 Uhr
das Thema Wahl ist durch – die WM noch zu weit weg.
Aufmerksamkeit zu generieren, indem man einen Skandal inszeniert durch einen Mitarbeiter, der vermeintlich unautorisiert Kampagnenbilder veröffentlicht, scheint da doch nah zu liegen. Insbesondere bei S+F, bei denen man den Anschein hat, sie kennen sich in der Blogosphere ganz gut aus.
Am 24. October 2009 um 15:27 Uhr
[...] Indiskretion durch Blog: Mitarbeiter von Scholz & Friends leaked Kampagne für Pkw.de [...]
Am 25. October 2009 um 16:55 Uhr
Fake? So ein Quatsch!
Ich bin kein Freund von S&F, aber so dumm kann niemand sein.
1.) die haben jahrelange Automobilerfahrung. Und in keiner anderen Branche ist die Geheimhaltung so extrem. Selbst intern muss auf abgesicherten Servern gearbeitet werden, Zugang bekommen nur die, die auf den Jobs arbeiten.
2.) da S&F Berlin momentan keinen Automobiletat hält, aber sicherlich gerne wieder einen bekommen möchte, wäre das Ganze ziemlich kontraproduktiv.
3.) das Timing. Googelt doch mal folgende Schlagwörter: “Scholz&Friends, Blog, PKW.de” und “danach “Jack Wolfskin, Abmahnung, Dawanda”
Na, dämmert’s? Wer so einen PR-Gag plant, lanciert ihn nicht in einer Zeit, in der sich die Online-Community nur mit einer Sache zu beschäftigen scheint.
Just my 2 cents,
renton