Seit 1991 wird Jahr für Jahr von einer Jury das Unwort des Jahres gekührt. Damit sollen sprachliche Missgriffe aus dem öffentlichen Leben gebrandmarkt werden, die der Jury besonders negativ aufgefallen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen.
Das Unwort des Jahres 2008 heißt den nun auch “notleidende Banken”. Die Jury hat sich diese Wortkonstruktion aus mehr als 2100 Vorschlägen herausgesucht.
Die Formulierung “notleidende Banken” stelle das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf, sagte Schlosser zur Begründung der Entscheidung. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis gerieten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssten, würden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.
Treffender hätte man es meiner Ansicht nach nicht formulieren können. (via)
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Am 22. January 2009 um 13:53 Uhr
“Notleidende Wirtschaft” hätte auch gepasst, wenn man die Auswirkungen der Finanzkrise auch mit hätte einbeziehen wollen. Aber so passt es natürlich auch :-)
Am 22. January 2009 um 13:59 Uhr
@Sebastian: Das stimmt, aber im Gegensatz zur gesamten Wirtschaft ging es den Banken in den letzten Jahren mit ihrer Geldmaschinerie doch stets sehr gut. Heute wissen wir, warum das so war…
Am 22. January 2009 um 14:24 Uhr
Aber sind das nicht eigentlich zwei Worte.. Also Unworte des Jahres?
*klugscheissermodus aus
Am 22. January 2009 um 14:47 Uhr
das Unwort habe ich vor zwei Tagen schon im Forum gepostet du Checker :-p
Am 22. January 2009 um 15:02 Uhr
@Matthias: Zusammenhängende Begrifflichkeiten gelten wohl auch :-))
@Mel: Du hast aktuell so eine Postingfrequenz, dass ich deinen Beitrag schlicht übersehen habe. Sorry ;-)
Am 22. January 2009 um 15:47 Uhr
Dazu passt thematisch dieser Blogbeitrag über “Kapital und Masse”: http://betrachtungen.wordpress.com/2009/01/22/kapital-und-masse