Whopper Virgins – Fantastische Werbung für Burger King

Wenn man heutzutage Jugendliche danach fragt, ob sie wissen was ein Hamburger ist, bekommt man sicher entweder eine dämliche Antwort zurück oder aber sie fangen an zu lachen. Kann man es ihnen verübeln? Nein. McDonalds und Burger King sind und fast überall auf der Welt so allgegenwärtig, dass es kaum Menschen gibt, die nicht wissen, was ein Hamburger ist. Auf dem Schlachtfeld bekriegen sich McDonalds und Burger King nun schon seit Jahren. Und was habe ich nicht schon für Werbeplakate und -filme gesehen, die beweisen sollten, wie toll denn McDonalds bzw. Burger King denn wirklich ist.

Doch was passiert, wenn man zu Orten geht, die noch nie was von einem Hamburger gehört, geschweige denn probiert haben? Wie zum Beispiel im Regenwald in Thailand, in abgelegenen Gebieten in Rumänien oder im kalten Grönland. Wie würden diese Menschen auf Hamburger reagieren und vor allen Dingen: Welchen Burger – BigMac oder Whopper – würden sie bevorzugen?

Genug Material für eine Werbeoffensive der besonderen Art. Burger King hat einen rund 8minütigen Werbefilm produziert und ist dieser Frage nachgegangen. Die Kampagne nennt sich “Whopper Virgins” und gibt uns Antworten.

Diese Werbung reiht sich meiner Ansicht nach ein in die goldene Liste aller fantastisch gelungenen Werbefilme. Und das liegt nicht nur daran, weil die Idee einfach klasse ist. Sondern es ist wirklich gut gemacht und wirkt eben nicht wie ein einziger Werbefilm. So sagen auch manche Probanden, dass ihnen der BigMac besser schmeckt und die Reporter unterhalten sich intensiv mit den Bewohnern und erzählen von ihren Schwierigkeiten, das nötige Equipment zu den Orten zu bekommen.

Der Schluss des Films ist denn auch ein sehr würdiger:

Tester: Es schmeckt gut.
Reporter: Wie schmeckt der Burger verglichen mit Robbenfleisch?
Tester: Ich mag Robbenfleisch lieber.

Unbedingt anschauen. Und ich freue mich in diesem Fall besonders über eure Rückmeldung, wie euch diese Werbung gefallen hat. Ich bin restlos begeistert.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Jjfpt5zLZKE

Das ist nicht der Einzige bin, der diese Werbung so gut findet, zeigen die Reaktionen der Blogosphäre:

ethority: Ich wette, dass die Whoppervirgins – Kampagne des amerikanischen Burger Braters Burger King eine der am heißesten diskutierten Kampagnen im Jahr 2008 sein wird.

blog0blog: BurgerKing hat sich mit Whopper Virgins mal wieder was Schönes einfallen lassen: “See what people think, when no one hast told them what to think”.

datenvandalen: Souveräner Goldanwärter für’s nächste Jahr.

yeahyoureright: Den zweifelos schönsten Moment hat der Film, wenn die Crew das Essen der Einheimischen probiert.

Der werbeblogger hingegen ist sehr viel kritischer und prangert das Unternehmen für diese Aktion ziemlich an.


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Von :: 2008-12-11

Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 11. Dezember 2008 um 14:18 Uhr veröffentlicht. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.
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7 Reaktionen

  1. Abalone

    “werbeblogger: Corporate Social Responsability und Amerikanisierung at its best.”
    Den ganzen Beitrag lesen, dann wird klar, dass dies ironisch gemeint ist und keinesfalls beifallklatschend.

    Und meine Abneigung gegen Werbung ist damit wieder um etliche Grade gestiegen. Wie ich an anderer Stelle schon sehen konnte, gehen die Ansichten so weit auseinander, dass eine Diskussion darüber mühselig ist. Ich halte es für eine – hm – Schweinebackenaktion und kann darin nichts, aber auch gar nichts positives sehen. Etwas, das in unserer Gesellschaft unter dem Vorwurf steht, alles andere als gesund und nahrhaft zu sein, wird nun in einer Heititei-was-ham-wir-alle-Spaß-Aktion in Schwellenländer getragen – auf solch einen kulturellen Austausch würde ich gern verzichten. Und selbst wenn Burgerking jetzt kaum in der abgelegenen Grönlandregion eine Filiale eröffnen wird, die Menschen wurden mit unserer Kultur in Berührung gebracht und so etwas weckt stets Begehrlichkeiten. Lernen wir denn niemals etwas aus der Geschichte? Ach, was reg ich mich auf. Es ist geschehen, es wird weiterhin geschehen, und in einem versteckten Wiki-Artikel liest man eines Tages vllt vom Niedergang einer alten Kultur, weil die Jungen abgewandert sind auf der Suche nach der Verheissung der Konsumgesellschaft.

  2. Alper Iseri

    @Marja: Habe gerade den kompletten Beitrag gelesen. Hast natürlich recht. Habe den Beitrag entsprechend angepasst.

    Du wirst nicht verhindern können, dass der Kapitalismus sämtliche Ecken dieser Welt erreicht. Und ob die Menschen jetzt allgemein gierig nach Burgern werden, mag ich ziemlich bezweifeln. Aber du hast natürlich recht: Die Tradition wird mit Füßen getreten aber das ist nicht nur in diesem Fall hier so sondern prinzipiell überall, in allen Ländern. Und das fängt schon ganz klein damit an, dass die Jugend heutzutage nicht mehr weiß, was Kartoffeln sind, was ein Mettbrötchen ist und wie ein Kuchen gebacken wird (ohne Hilfsmittel).

    Ich stimme mit dir überein, dass Traditionen geschützt gehören und Völker, sofern sie es möchten, in Ruhe gelassen werden sollten. Aber bei der Werbung hier ging es mir nicht um den Kapitalismus oder um das Brechen von Traditionen sondern um die Werbung an sich. Und die finde ich gut.

  3. Abalone

    Und ich frage mich eben, wie man etwas gut finden kann, das gegen die eigenen Prinzipien verstösst :) Dieses “es geht mir nicht um das Grundsätzliche, nur um den Werbefilm”-Argument sehe ich immer wieder, aber das geht bei mir nicht zusammen, ich kann da nicht trennen – die Wirkung, die diese Filmcrew gehabt hat, kann ich nicht ausblenden.

  4. Alper Iseri

    Ich denke die Grenzen sind da durchaus fließend – nicht nur was Werbefilme angeht. Oder wie ist das mit Actionfilmen, wo Amerikaner vermeintlich böse Russen töten oder wo Eingeborene als Monster dargestellt werden.

    Du beschreibst es schon richtig: Ich trenne das für mich ganz deutlich – einerseits die Kritik an dem Vorgehen des Kapitalismus (ich nenne das zusammenfassend einfach mal so) und das Kompliment für die Werbung an sich.

  5. Abalone

    O_o Den ersten Satz verstehe ich nicht ganz. Wenn du solch einen Film siehst, er künstlerisch und technisch aufwendig in Szene gesetzt ist – dann ist es für dich immer noch ein guter Film? Für mich nicht. Für mich gibt es keine Trennung von Form und Inhalt, nur ein Form + Inhalt, ganz eng verwoben. Wenn das eine nicht stimmt, kann das andere noch so gut sein, das Gesamtwerk hat versagt. So ist das bei einem vorurteilschürenden Film, der perfekt in Szene gesetzt ist, und so ist es mit Werbung, die ein schlechtes Produkt in schillernder Verpackung verkauft. Wobei Burger King für mich da eben noch einen Schritt weiter geht als sonst üblich – hier erzählen sie nicht nur uns, die wir eh schon in der Konsumgesellschaft gefangen sind, dass der Whopper besser ist als der Big Mac (Scheißhaufen a ist besser als Scheißhaufen b :-p), sondern wecken evtl. Begehrlichkeiten in einer fremden Kultur, die verhehrende Folgen haben können. BK wird dann zwar nicht allein verantwortlich sein, aber sie tragen ihren Teil zu einer schlimmen Entwicklung bei – das kann ich mir mit einem “es passiert doch eh schon, kann man nichts machen – warum dann diesen Spot verurteilen?” nicht schön reden.

  6. André (PN Admin)

    Also als Werbemaßename ist es sicherlich super, allein wenn man sich die Wellen anschaut, welche diese bisher schlägt.

    Allerdings bin ich ganz ähnlicher Meinung wie so viele, wenn es um den Inhalt geht. Muss sowas sein? Wie wäre es mit ein wenig Verantwortung?

  7. MC

    Diese Werbung ist das allerletzte! Auch wenn Sie technisch gut realisiert ist, werden die Darsteller missbraucht.
    Sie werden in Trachten gesteckt und sollen diesen Mist probieren. Ich frage mich was diese Menschen dafür bekommen haben? Etwas zu essen?

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